Historischer Fanfarenzug Engen
Chronik
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Historischer Fanfarenzug Engen

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Unsere Chronik

Unser Ursprung geht zurück ins Jahr 1958. Genauer gesagt am 14. Juli 1958 war es soweit, daß sich ein paar Männer zur allerersten Probe trafen. Daß es zu diesem Termin kam war vor allem drei Männer zu verdanken, die sich sehr engagierten und weder Zeit noch Kosten scheuten, um in Engen einen Fanfarenzug auf die Füße zu stellen. Es waren dies Karl Heilig, Willy Klingele und Albert Harter.

Im Mai 1958 beschlossen diese drei bei einer Gründungversammlung im Gasthaus Adler" den Fanfarenzug ins Leben zu rufen. Am 1.Juni 1958 trafen sich 19 Interessenten. Willy Klingele tat sich damals als musikalischer Ausbilder und Tambourmajor hervor und Helmut Rank übernahm die Ausbildung der Trommler. Die ersten Instrumente konnten aus Spenden von Narrenzunftmitgliedern angeschafft werden. Besonders hier hatte sich Albert Harter als Mäzen und Mitbegründer um den Fanfarenzug verdient gemacht. Betreuer und Motor war Karl Heilig, der auch die nötigen Beziehungen zur Stadt hatte. Mit der Gründerversammlung war schon ein großer Schritt getan, aber es galt noch weiteren Vereinsbedürfnissen gerecht zu werden. Eines war die Frage nach einem geeigneten Probelokal. Man kann sich nur schwer vorstellen, daß ausschließlich im Freien geprobt wurde. Zuerst hinter dem Engener Rathaus, dann mußte wegen der Lautstärke auf die Vögtleshalde ausgewichen werden und schließlich landete man auf der Straße, Richtung Talmühle. Dank des großen Entgegenkommens der Familie Glöckler vom Gasthaus "Ritter" durften die weiteren Proben im Keller abgehalten werden.

Der erste musikalische Auftritt des Fanfarenzuges erfolgte am 11.11.1958, danach die Teilnahme an der Fastnacht 1959 sowie Auftritte außerhalb Engens in Stein am Rhein und das Narrentreffen in Stockach. Zur selben Zeit mußte auch die Kostümfrage gelöst werden. Beim ersten Auftritt erschien der Fanfarenzug noch in schwarzen Hosen und Hansele-Jacken. Frau Martha Wilmer sind schließlich die sehenswerten schwarz-weißen Landsknechtuniformen, die sie bis zum 10. Januar 1959 angefertigt hatte, zu verdanken, die der Fanfarenzug heute noch in gleicher Aufmachung trägt. In dieser Kleidung fand der Fanfarenzug seine endgültige Anerkennung in Engen. Es dauerte etwa 1 Jahr, bis der Fanfarenzug zu einem eigenen Probelokal kam. Die Stadt Engen stellte den alten Schießstand in der Diele zur Verfügung, der mit viel Eigeninitiative und Arbeitsstunden zu einem schönen eigenen Proberaum umfunktioniert wurde. Im kommenden Jahr galt es eine schwere Zeit zu überstehen, aber der Fanfarenzug als Verein hatte auch jene Zeit gemeistert.

Das Ausscheiden von Willy Klingele und sechs weiteren Kameraden stellten den Verein nach dreieinhalb Jahren vor größere Probleme. Als neuer musikalischer Ausbilder und Tambourmajor konnte Willy Schadow gewonnen werden. Wie es sich zeigte, war mit ihm ein guter Griff gelungen, denn durch sein musikalisches Können und durch seine ausbilderischen Fähigkeiten brachte er dem Fanfarenzug weit über die Grenzen von Engen hinaus einen guten Ruf. Die Mitgliederzahl ist auf 30 Bläser und Trommler angewachsen und hat sich bis heute ziemlich konstant gehalten. Die ersten Jahre begleitete der Name Karl Heilig immer wieder den Fanfarenzug. Ohne die Verdienste aller Mitglieder und Gönner zu schmälern darf man ihn als Vater des Fanfarenzuges in Erinnerung bewahren. Karl Heilig war bis zu seinem Ausscheiden 1967 Vorsitzender des Fanfarenzugs. Seinem Organisationstalent ist es zu verdanken, daß viele Auftritte in In- und Ausland den Fanfarenzug bekannt gemacht haben. Er ermöglichte die Auftritte beim Rundfunk in Klagenfurt, in Innsbruck, in der Schweiz und in Frankreich. Die Aufwärtsentwicklung kam ins Stocken, vor allem auch, weil Willy Schadow gesundheitshalber für 2 Jahre fehlte. In dieser Zeit übernahm Herr Staudenmaier die musikalische Leitung und Friedhelm Geier half dem Verein als kommissarischer Vorstand über 2 schweren Jahre hinweg.

 Mit dem neuen Vorstand Manfred Faulhaber und dem wieder genesenen Willy Schadow ging es 1969 wieder bergauf. Die erfolgreiche Arbeit Manfred Faulhabers und die guten Beziehungen zur Trachtengruppe Hüfingen verhalfen uns in den nächsten Jahren zu unvergeßlichen Auftritten in Frankreich. Wir spielten zu vielen Festveranstaltungen auf und vertraten die Engener Farben in Luxeuil le Bains, Nizza und Cambery. Auch in Deutschland waren wir bei größeren Festveranstaltungen zu Gast, so bei der Eröffnung des Münchner Oktoberfestes und der Bundesgartenschau in Stuttgart. Es müßten noch viele Auftritte erwähnt werden, welche aber den Rahmen der Chronik sprengen würden.

Bis zum Mai 1977 führte Manfred Faulhaber den Fanfarenzug, wobei mit Unterbrechung in diesem Jahr Siegfried Rzepka den Fanfarenzug leitete. Der nächste Vorstand war Winfried Lehmann. Unter seiner Regie folgte im Mai 1978 einer der Höhepunkte in der Geschichte des Fanfarenzuges. Mit großem Aufwand feierte man mit der Engener Bevölkerung unser 20-jährigs Bestehen mit einem großem Zelt und 45 Fanfaren- und Spielmannszügen. In diesem Jahr war noch einmal ein großes Ereignis auf dem Programm. Wir stellten den Antrag um Aufnahme in den Hegaumusikverband und wurden als 1. Fanfarenzug einstimmig aufgenommen. Hier haben wir uns auch eine gute Stellung erhalten. Die Nachfolge von Winfried Lehmann trat Dieter Martin im Dezember 1979 an. Mit ihm kam eine komplett neue Führung an die Vereinsspitze. Auch bei ihm gab es neue Höhepunkte sowie eine neue Kollektion von neuen Uniformen und eine neue Vereinssatzung. Unter seiner Leitung wurde das 25-jährige Bestehen gefeiert, das im kleinerem Rahmen hinter dem Rathaus gefeiert wurde.

Eine Woche nach dem öffentlichem Fest wurde in einem geladenen Rahmen das Fest nochmals für die Mitglieder gefeiert. Dabei wurden alle aktiven Gründungsmitglider zu Ehrenmitgliedern ernannt. Es waren dies Dietmar Goecke, Max Mahler, Heinz-Dietmar Schaefer und Kurt Hoffmann. Bei diesem Anlaß wurde auch unserem Tambourmajor Willy Schadwo von Bürgermeister Manfred Seiler die Ehrennadel des Landes Baden-Württemberg verliehen für besondere Leistungen, die er mit dem Fanfarenzug Engen erbracht hatte.

In der Zeit des Vorsitzenden Dieter Martin wurde von einigen fasnachtsfreudigen Fanfarenzüglern der Grundstein zu den "Engenern Gässleschiäker", einer Trommler- und Pfeifergruppe gelegt, ebenso ist ein Jahr später das Dillenhus Orchester gegründet worden. 1983 gab Dieter Martin aus privaten Gründen ab. Ein gravierendes Ereignis war für den Fanfarenzug des Ausscheiden von Willy Schadow altershalber. Doch Dank seines in der langen Zeit angesammelten Repertoires verfügte der Fanfarenzug über eine groß Reserve. Kommissarisch übernahmen Gerd Dühning und Roland Kirchmann den Fanfarenzug bis 1984. Das Tätigkeitsvolumen der Vorsitzenden erreichte inzwischen ein solches Ausmaß, daß eine Aufgabenverteilung beschlossen wurde. Ab 19. 11. 1984 führten Werner Nutz, Markus Küttner und Wolfgang Schneider den Fanfarenzug gemeinsam. 1986 schied Wolfgang Schneider aus beruflichen Gründen aus dem Gremium aus.

Neben zahlreichen Auftritten sei die Fasnachtseröffnung 1987 erwähnenswert, bei der drei neue Ehrenmitglieder durch Markus Küttner ernannt wurden. Für 25-jährige Tätigkeit im Fanfarenzug waren dies Jochen Kopf, Wilhelm Ohm und Siegfried Rzepka. Auch wurde in diesem Jahr der Tambourmajor Dietmar Goecke zum Ehrenzunftgesellen von Zunfmeister Rolf Engesser ernannt. Und auch unser Probelokal erfuhr seinen dritten Umbau, Außenanstrich und Vordacherneuerung.

Im Jaht 1988 konnte der Fanfarenzug auf 30 Jahre seit seiner Gründung zurückblicken, und dieses wurde auch groß gefeiert. Was auch neu war, daß der Viehmarktplatz wieder für das Fanfarenfest zur Verfügung stand, lange waren solche Veranstaltungen untersagt. Wir durften hier wieder ein Zeltfest veranstalten. Das Fest dauerte 3 Tage und es wurde eröffnet mit einem großen Sternmarsch. Am Sonntag war das Bezirksmusikfest, das wir zum erstenmal ausführen durften. Am Abend gaben viele Engener Vereine ihr Können zum Besten. Erwähnt werden muß, daß wir ein Fest in diesem Umfang nicht ohne die Mithilfe der Narrenzunft Engen bewältigt hätten. Die Mitglieder Dietmar Goecke und Heinz-Dietmar Schäfer erhielten die goldene Ehrennadel des Hegaumusik- verbandes und des Bundes Deutscher Blasmusikverbände, während die Mitglieder Siegfried Rzepka, Joachim Kopp und Wilhelm Ohm mit der Silbernen bedacht wurden. Noch zu erwähnen wäre, daß der Sonntagmittag mit einem Gemeinschaftskonzert aller 12 Musikkapellen des Hegaumusikverbandes Bezirk Hohenhewen eröffnet wurde. Am Wunschkonzert der Stadtmusik Engen spielten wir 1990 gemeinsam mit der Stadtmusik unter der Leitung von Herrn Stadtmusikdirektor Hiller 2 Musikmärsche, die wir Dank unseres alten Ausbilders und Ehrentambourmajors Willi Schadow von der Pike auf gelernt hatten. Hier sei noch erwähnt, daß die musikalische Leitung der Vorstand Werner Nutz übernommen hatte und er seine Sache hervorragend machte.

 Am 10. 11. 1990 spendierte der Fanfarenzug der Narrenzunft Engen ein Narrendächle über die "Brigitte vom Narrenbrunnen". Das Dach sollte am 11. 11. der Narrenzunft übergeben werden, aber als man zur Tat schreiten wollte, war das Dach gestohlen worden. Es fand sich wieder ein und es konnte ein zweitesmal montiert werden. Ende 1993 gab Dietmar Goecke aus gesundheitlichen Gründen den Tambourmajor ab. Von nun an ist Werner Nutz neuer Stabführer.

Zum vierten und nicht zum letzten Mal baute der Fanfarenzug vom 24. 09.- 24. 11. 93 das Probelokal um. Es wurde eine Radialkur gemacht, der ganze Vorraum umgestaltet und besser isoliert, so daß die Proben auch in strengen Wintertagen durchgeführt werden können und nicht wie in vorherigen Jahren in das Kloster St. Wolfgang verlegt werden mußten.

Dann am 4. 11. 93 brach der Fanfarenzug zum erstenmal seine Gelübde, keine Frauen in den Verein aufzunehmen. Die Mutter des Fanfarenzuges, Anneliese Heilig, wird zum 1. Weiblichen Ehrenmitglied ernannt. Auch die Satzung mußte 1993 noch einige Änderungen erfahren, weil sie nicht mehr nach den Richtlinien des Vereinsgesetzes war. An dieser Stelle sei dem Mitglied Jürgen Heizmann gedankt, das mit viel Arbeit und Hinterfragungen bei den Ämtern und Behörden diese Arbeit leistete.

Mit der Jahreshauptversammlung 1994 schied Werner Nutz aus der Vorstandschaft aus, weil ihm die doppelte Belastung als Vorstand und Tambourmajor zu viel wurde. An seine Stelle rückten Markus Küttner und Wolfgang Schneider. Werner Nutz bleibt aber der Vorstandschaft erhalten als Tambourmajor und Ausbilder. Am Schmutzigen Donnerstag 1996 wurden 3 weitere Mittglieder in den fast Adelsstand erhoben. Genauer gesagt wurden Werner Nutz, Gerd Dühning und Bernd Hoffmann zu Ehrenmittgliedern des Fanfarenzuges ernannt.